Employability = Beschäftigunsfähigkeit; Ein Definitionsversuch

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Obwohl die Employability mittlerweile in fast allen OECD Ländern eines der obersten politischen Ziele ist, gibt es bislang keine einheitliche und anerkannte Definition. Stattdessen gibt es in jedem Land eigene Forschung, eigene Definitionen und eigene Interpretationen dazu. Dies wird unteranderem auch durch die unterschiedlichen Sichtweisen verschiedener Interessensgruppen (z.B. Politik, Arbeitgeber, Hochschulen) unterstützt. Employability wird in vielen Fällen – und auch an vielen Hochschulen –  mit dem ähnlich klingenden Wort Employment (= Beschäftigung) verwechselt. Employability heißt wörtlich übersetzt „Beschäftigungsfähigkeit“, meint aber viel mehr. Es geht darum, den sich ständig ändernden Anforderungen der Arbeitswelt umfassend gewachsen zu sein – persönlich, fachlich, sozial und methodisch. Auf dem Weg zum Traumjob müssen diese Komponenten durch einen Bewerber / eine Bewerberin spätestens vor einem Bewerbungsgespräch reflektiert und evaluiert werden. Schließlich bringen die größte Expertise und die tollsten Fähigkeiten wenig, wenn wir uns derer nicht bewusst sind, sie nicht in Worte fassen können oder wir nicht authentisch wirken.

Im Rahmen meiner Arbeit in den letzten Monaten habe ich mit meinen Kollegen bei Universum eine Definition erstellt, die es in meinen Augen gut auf den Punkt bringt, die dazugehörigen Merkmale inkludiert und gleichzeitig noch Spielraum für unterschiedliche Sichtweisen und Interessen lässt:

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Employability defined

Beschäftigungsfähigkeit beinhaltet die Stärken eines Individums in Bezug auf Ihre/Seine Kompetenzen um eine Anstellung zu bekommen, zu erhalten oder um wenn nötig eine neue Arbeitsstelle zu finden. Kompetenzen sind eine Kombination von Wissen, beruflichen Fähigkeiten, Sozialkompetenzen und Einstellungen. Darüber hinaus geht es bei der Beschäftigungsfähigkeit darum, wie diese Anlagen und Stärken von einem Individuum gegenüber potentiellen Arbeitgebern präsentiert, genutzt und eingesetzt werden. Die Beschäftigungsfähigkeit ist von der jeweiligen Lebensphase und dem Kontext abhängig (z.B. Indviduum, Mitarbeiter, Industrie).

Employability als politisches Ziel ist in der EU spätestens seit Bologna in der (akademischen) Gesellschaft angekommen. Das übergeordnete Ziel ist die Etablierung eines Mindsets, das Innovationen fördert, und damit langfristiges Wachstum (durch Innovation) und damit auch gesellschaftlichen Wohlstand sichert. Es geht um das sog. Scalable oder Growth Learning. Hierbei geht es darum, dass Effizienzdenken von Lernen und Reflektion abgelöst werden, und Individuen wie auch Organisationen sich auf ein Lebenslanges Lernen einstellen.

(Blogbeitrag basiert auf einem Interviewskript, das ich am 8.10.2014 geschrieben habe)

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Konzept Employability