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Sei so wie Du bist, denn so bist du am besten

Karriere heute – Passion, Sinn und Spass stehen im Vordergrund

Karriere ist technisch gesehen die individuelle, berufliche Laufbahn eines Menschen. Während dem Wortsinn nach schlicht eine Fahrstrasse gemeint ist, ist häufig eine eindeutige Richtung “nach oben” mit dem Begriff behaftet (1). Doch heute gleicht ein Lebenslauf immer mehr einem Mosaik. Junge Talente machen heute eine Laufbahn, die – von externen Einflüssen und internen Motivatoren beeinflusst –  immer wieder Lern-, Arbeits- und Freizeitphasen abwechseln lässt. Auch wenn lebenslanges Lernen heute häufig ein unbedingtes muss ist (siehe Halbwertszeit von Fähigkeiten), geht es vielen (jungen) Arbeitnehmern primär darum, in den jeweiligen Lebensphasen Passion, Sinn und Spass in den Vordergrund zu stellen (2).

 

Arbeit im Jahr 2030 – angenehmer, selbstbestimmter, menschlicher?

Laut der auf karriere.de veröffentlichten Studie “Fast Forward” (3) werden sich auch in der Arbeitsmethodik und den Arbeitszeit- und -platzmodellen Effekte die heute bereits spürbar sind verstärken. Die Büros werden angenehmer, die Arbeit selbstbestimmter, die Chefs machtloser, so die Studie.  “2030 werden die Orte, an denen wir arbeiten verschiedenartig und miteinander verschränkt sein: Menschlichkeit, Kreativität, Kultur und Gemeinschaft werden wesentlich sein” Autor der Studie, Peter Andrew, Director CBRE. Die Studie, ist eine Trendstudie basierend auf Experteninterviews und quantitativen Befragungen von Arbeitnehmern. Interessant wären sicherlich genauere Angaben zur Stichprobe und den genauen Fragen. Aber ich finde die Perspektive spannend!

 

Es kommt auf die Menschen und Ihre Kompetenzen an

Ich komme immer wieder gerne auf das Instagram – Kodak Beispiel zurück. Die Menschen bei Kodak haben nicht an die digitale Photographie geglaubt – Kodak musste Insolvenz anmelden. Instagram hingegen glaubte ausschließlich an digitale Photographie und wurde wenige Zeit später für einen immensen Geldbetrag an Facebook verkauft. Die Menschen und Ihre Einstellungen in den beiden Unternehmen machten den Unterschied. In diesem Zusammenhang auch sehr spannend ist eine Studie, die besagt, dass in 10 Jahren rund 75% der heutigen Fortune 500 nicht mehr Teil eben dieser sein werden, sondern von Start-ups abgelöst werden. Gemeinsam visualisieren die beiden Geschichten sehr eindeutig, wie sehr Unternehmen heute Innovationen benötigen. Und für Innovationen braucht es kreative, strategische und agile Talente. Nico Rose hat vor kurzem eine Präsentation auf der Learntec gehalten, die die daraus abzuleitenden Lernanforderungen gut beschreibt (5).

Zusätzlich zu diesen Kompetenzen, die auch heute schon relevant auf dem Arbeitsmarkt sind, benötigen junge Menschen durch Erfahrung geprägte Persönlichkeiten. Diese Persönlichkeiten kann jeder mit entwickeln, in dem wir sowohl im Privaten, wie auch im beruflichen Kontext Umfelder schaffen, in dem wir Wissen vermitteln und kreatives Experimentieren zulassen. Ein Umfeld in dem jeder auch mal Fehler machen darf, in dem jeder so sein darf wie er ist, denn so ist man doch einfach am besten.


Quellen: 

1) http://de.wikipedia.org/wiki/Karriere
2) u.a. Universum Talent Survey 2014 www.universumglobal.com
3) http://www.karriere.de/karriere/arbeiten-mit-sinn-aber-ohne-zwang-167554/
4)  http://timboprof.com/die-geschichte-vom-game-changer
5) http://de.slideshare.net/nicorose1/vortrag-lernen-learntecvucaslideshare

Employability = Beschäftigunsfähigkeit; Ein Definitionsversuch

Obwohl die Employability mittlerweile in fast allen OECD Ländern eines der obersten politischen Ziele ist, gibt es bislang keine einheitliche und anerkannte Definition. Stattdessen gibt es in jedem Land eigene Forschung, eigene Definitionen und eigene Interpretationen dazu. Dies wird unteranderem auch durch die unterschiedlichen Sichtweisen verschiedener Interessensgruppen (z.B. Politik, Arbeitgeber, Hochschulen) unterstützt. Employability wird in vielen Fällen – und auch an vielen Hochschulen –  mit dem ähnlich klingenden Wort Employment (= Beschäftigung) verwechselt. Employability heißt wörtlich übersetzt „Beschäftigungsfähigkeit“, meint aber viel mehr. Es geht darum, den sich ständig ändernden Anforderungen der Arbeitswelt umfassend gewachsen zu sein – persönlich, fachlich, sozial und methodisch. Auf dem Weg zum Traumjob müssen diese Komponenten durch einen Bewerber / eine Bewerberin spätestens vor einem Bewerbungsgespräch reflektiert und evaluiert werden. Schließlich bringen die größte Expertise und die tollsten Fähigkeiten wenig, wenn wir uns derer nicht bewusst sind, sie nicht in Worte fassen können oder wir nicht authentisch wirken.

Im Rahmen meiner Arbeit in den letzten Monaten habe ich mit meinen Kollegen bei Universum eine Definition erstellt, die es in meinen Augen gut auf den Punkt bringt, die dazugehörigen Merkmale inkludiert und gleichzeitig noch Spielraum für unterschiedliche Sichtweisen und Interessen lässt:

Employability_defined_

Employability defined

Beschäftigungsfähigkeit beinhaltet die Stärken eines Individums in Bezug auf Ihre/Seine Kompetenzen um eine Anstellung zu bekommen, zu erhalten oder um wenn nötig eine neue Arbeitsstelle zu finden. Kompetenzen sind eine Kombination von Wissen, beruflichen Fähigkeiten, Sozialkompetenzen und Einstellungen. Darüber hinaus geht es bei der Beschäftigungsfähigkeit darum, wie diese Anlagen und Stärken von einem Individuum gegenüber potentiellen Arbeitgebern präsentiert, genutzt und eingesetzt werden. Die Beschäftigungsfähigkeit ist von der jeweiligen Lebensphase und dem Kontext abhängig (z.B. Indviduum, Mitarbeiter, Industrie).

Employability als politisches Ziel ist in der EU spätestens seit Bologna in der (akademischen) Gesellschaft angekommen. Das übergeordnete Ziel ist die Etablierung eines Mindsets, das Innovationen fördert, und damit langfristiges Wachstum (durch Innovation) und damit auch gesellschaftlichen Wohlstand sichert. Es geht um das sog. Scalable oder Growth Learning. Hierbei geht es darum, dass Effizienzdenken von Lernen und Reflektion abgelöst werden, und Individuen wie auch Organisationen sich auf ein Lebenslanges Lernen einstellen.

(Blogbeitrag basiert auf einem Interviewskript, das ich am 8.10.2014 geschrieben habe)

Employability_defined_timboprof

Konzept Employability